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Via attrezzata Rino Pisetta
„Ganz klar das Maß aller (Klettersteig-)Dinge der Region! Der
Prüfstein schlechthin für alle, die zu den –Esperti- der Zunft gehören
möchten.“. So steht es im aktuellen Klettersteigführer für den Gardasee.
Doch vor dem Vergnügen steht erst einmal ein
schweißtreibender Zustieg, von gut einer Stunde, über einen steilen Wald- und
Geröllpfad.
Der Einstieg ist bereits die erste Prüfung. Senkrecht, ohne
künstliche Tritte, nur mit Kabelversicherung zieht der Steig über eine luftige
Platte. Wer hier bereits Probleme hat, sollte vernünftigerweise den mit „Rientro
d’emergenza“ gekennzeichneten Notausstieg nutzen, denn die Schwierigkeiten
nehmen nach oben hin eher noch zu.

Foto: Gerd Kireth |
Über Plattern, Risse und Verschneidungen senkrecht und
manchmal sogar überhängend geht es in die Höhe. Die Ausgesetztheit übertrifft
die Erwartungen und die Tiefblicke sind grandios. Für besonderen Nervenkitzel
sorgt eine praktisch trittlose Querung.
Künstliche Tritte gibt es nicht. Nur das Drahtseil führt
steil in die Höhe und das fordert den vollen Körpereinsatz. Schließlich
entspricht der Steig, würde man ihn frei klettern, etwa dem Schwierigkeitsgrad
UIAA 6. Da kommt es gerade recht, dass etwa in halber Wandhöhe ein breites Band
nach links führt. Dies gibt Gelegenheit sich für die zweite Hälfte zu stärken
und vor allem etwas zu trinken.

Foto: Gerd Kireth |

Foto: Gerd Kireth |
Nach etwa 2.5 Stunden steht man am Gipfel. Hier bietet sich
eine herrliche Aussicht auf die Berge des Gardasees und hinunter zum 710 Meter
tiefer gelegenem Tobliner See. Aber auch die Tiefblicke in die wilde
Sarcaschlucht sind beeindruckend.

Foto: Gerd Kireth |
Der Abstieg führt am breiten Nordrücken des Dain Picol bergab gegen Ranzo
(746 m) und dann in einem weiten Linksbogen wieder zurück zum Pisetta-Zustieg.
Er ist zwar nicht mehr schwierig, man muss dafür aber nochmals 2 Stunden
einrechnen.
Ob der Rino Pisetta wirklich das Maß der Dinge in Punkte Klettersteig ist,
bleibt dahingestellt. Steil, kraftraubend, ausgesetzt und nur etwas für Geübte,
am besten mit Klettererfahrung, ist er allemal.
Gerd Kireth
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