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Jahresbericht der Bergsteigergruppe 2006
Liebe Bergfreunde,
es hat sich was verändert in unserer Sektion: nach vielen ereignis- und
erfolgreichen Jahren, äußerte unser Georg tom Felde den Wunsch, die Leitung
der Bergsteigergruppe abzutreten. Das Angebot, diese Aufgabe zu übernehmen
ehrt und freut mich ganz besonders!
Dir, lieber „Schorsch“, möchte ich an dieser Stelle für Dein Engagement
und Deine lang-jährige hervorragende Arbeit in und mit der Bergsteigergruppe
danken!
Das Angebot der Bergsteigergruppe ist bereits sehr vielfältig und ich
möchte dies auch gerne so weiterführen. Exemplarisch möchte ich die Tiefschneetage,
die Snowboardkurse, das Dienstagsklettern und die diversen Fels- und Eiskletterkurse
erwähnen. Seit letztem Jahr wurde die Zusammenarbeit der Sektion Bayreuth
mit der IG-Klettern Frankenjura/Fichtelgebirge intensiviert. Die guten
Verbindungen fördern nachhaltig den Zustand unserer Patenschaftsfelsen
im Wiesenttal und anderswo in der Fränkischen Schweiz. Dabei legen wir
besonderen Wert auf die Anforderungen des Naturschutzreferates, den Erhalt
klassischer Routen und auf einen hohen Sicherheitsstandard beim Sanieren
oder Neueinrichten von Kletterwegen. Vor diesem Hintergrund wurde im vergangenen
Jahr die Oberngruber Wand komplett saniert, sowie mehrere Felsen im Fichtelgebirge
mit Umlenkhaken ausgestattet. Weiterhin wurden Teile der Glawewand, der
Emporwand, des Napoleons, des Waischenfelder Turmes, u. a. saniert - komplett
mit geklebten Bühlerhaken versteht sich. Dabei entstand auch die ein oder
andere Neutour, wie z. B. der „Crazy Bohrer (VII +)“ an der Oberngruber
Wand oder „Anjas Aufwärmer (VII -)“ an der Glawewand. Aus der Versenkung
ausgegraben wurde der „Luxer“ in Pegnitz. Hier gab es bereits viele Trainingstouren
der Brüder Glawe und es kamen nun noch ein paar neue Wege hinzu.
Im nächsten Jahr wird es zusätzlich zur Dienstagsklettergruppe die Donnerstagssportkletterer
geben: dort wollen wir uns die Finger an Routen im Grad VII bis IX langziehen.
Auch hier soll der gesellige Teil nicht zu kurz kommen und darum kehren
wir auch donnerstags nachher zusammen ein. Die Felsen der Woche gibt's
auch hier per E-Mail, also lasst mich wissen, ob Ihr in den Verteiler
wollt!
Ich wünsche Euch allen einen erfolgreichen, verletzungsfreien Saisonabschluss!
Die geplante Gemeinschaftsfahrt nach Südfrankreich wurde dieses Jahr
verletzungsbedingt in eine private Fahrt an den Gardasee „getauscht“.
Dort war eine Gruppe um Dirk Lüder sehr erfolgreich beim Sportklettern,
Klettersteig begehen und Cappuccino testen. Den Bericht der „Osterfahrt“
2005 nach Südfrankreich möchte ich hier nachreichen:
„Osterfahrt“ nach Südfrankreich
Eine kleine Gruppe von Sportkletterbegeisterten fand sich in den Tagen
um Ostern herum zu einem Ausflug in südfranzösische Gefilde zusammen.
Nach den Wintermonaten stand allen der Sinn nach angenehmen Temperaturen
und gut gesicherten Touren quer durch die Schwierigkeitsgrade. Fündig
wurden wir im Klettergebiet Chateauvert, wo wir im Örtchen Correns auf
dem Campingplatz Le Grande Jardin ein schönes Plätzchen für alle fanden.
Das Gebiet bot Routen im Bereich von 4 bis 8a (4 bis 9+ /10-). Plattige
Wandklettereien gab es ebenso wie überhängende Henkeltouren. Ab und zu
mussten wir einen Regenschauer hinnehmen, der sich aber meist mit dem
obligatorischen Ruhetag verbinden ließ. So kam es, dass auch das nicht
allzuweit entfernte Gebiet Chateaudouble einmal erkundet wurde, wo wir
tolle Leistenklettereien im sechsten bis achten Grad machen konnten. Das
Gestein hier ist noch sehr rau, was allen sehr sympatisch war.
Den zweiten Teil unserer Fahrt verbrachten wir am beeindruckenden Felsriegel
von Buoux. Es ist bekannt, dass dieses Gebiet ein Meilenstein in der Sportklettergeschichte
darstellt, leider auch mit allen Schattenseiten des Kletterbooms. Mittlerweile
hat sich hier aber alles beruhigt, doch der grandiose Eindruck, den dieses
Massiv hinterlässt, bleibt. Besonders die Kletterer mit genügend Fingerkraft
haben hier viel Spaß, da sich alles an Löchern und Leisten abspielt und
die meisten Linien mindestens senkrecht sind. Viele leichte Touren sind
nicht mehr so ganz rau, solange man sich in den Modesektoren aufhält.
Etwas ab vom Schuss fanden wir aber einige tolle lange Routen im sechsten
Grad, die quasi neuwertig waren.
Gegen Ende unseres Aufenthaltes in Buoux überraschte uns abends noch
ein Gewitter, so dass wir uns schleunigst in die Pizzeria verzogen, wo
wir dann noch einen geselligen gemeinsamen Abend verbrachten.
Thomas Gietl
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